Homopathie Zrni

Übersicht über weitere bekannte Homöopathen

Unmittelbarer Nachfolger von Hahnemann war sein Lieblingsschüler Clemens Franz Maria von Bönninghausen (1785 – 1864). Bönninghausen war ursprünglich Jurist und besass keine offizielle medizinische Ausbildung. Er war das, was man heute in Deutschland Heilpraktiker und hier in der Schweiz Homöopath/Homöopathin nennt. Später wurde ihm auf Grund seines medizinischen Könnens der Doktor-Titel verliehen und das Praktizieren offiziell gestattet. Bönninghausen veröffentlichte als erster ein Repertorium. Dieses beinhaltete ursprünglich eine recht aufwendige Form der Repertorisation, wurde aber in der Folge weitergeführt und vereinfacht und findet heute noch Anwendung.

Ein weiterer wichtiger Schüler von Hahnemann war C.H.G. Jahr (1801-1875). Auch C.H.G. Jahr arbeitete Symptomverzeichnisse aus, die modernen Repertorien als Grundlage dienten. C.H.G. Jahr praktizierte zuerst in Deutschland, folgte später Hahnemann nach Paris und verbrachte seinen Lebensabend in Belgien.

Die Schüler von Hahnemann sorgten bereits zu Hahnemann's Lebzeiten für eine Verbreitung der Homöopathie in Europa.

Constantin Hering (1800-1880) brachte die Homöopathie schon früh nach Nordamerika. Constantin Hering, der in Sachsen geboren ist, war anfänglich ein Gegner der Homöopathie und wollte das Prinzip widerlegen. Nachdem er sich zwei Jahre lang mit der Materie auseinandergesetzt hatte, wurde er schliesslich einer ihrer hervorragendsten Vertreter. Hering wanderte nach Amerika aus, forschte und reiste viel, u.a. hat er die Schlangengifte in die Homöopathie eingeführt. Er schuf hervorragende Werke, besonders die „Guiding Symptoms“, eines der umfangreichsten homöopathischen Dokumente über Arzneimittelprüfungen und eine grossartige Zusammenfassung homöopathischen Wissens. Von Hering stammt auch die wichtige Regel über den Heilungsverlauf, welche zusammengefasst besagt, dass Krankheiten grundsätzlich von oben nach unten und von innen nach aussen und in der Zeit rückwärts ausheilen. Während in Deutschland die homöopathischen Ärzte um ihre Praxisbewilligung und um ihren Verdienst kämpfen mussten, hatte die Homöopathie in Nordamerika mehr Erfolg. Hering gründete das „Hahnemann Medical College and Hospital“ in Philadelphia. Auch an anderen Orten wurden staatliche Lehrstätten und verschiedene homöopathisch geführte Kliniken aufgebaut.

 

Der berühmteste Nachfolger von Hahnemann ist James Taylor Kent (1849 – 1916). Kent war ursprünglich Anatom. Bereits im Alter von achtundzwanzig Jahren erhielt er eine Professur für Anatomie am American College in St. Louis. Durch die lang anhaltende Erkrankung seiner Frau in den Jahren 1877-1878 kam Kent erstmals mit der Homöopathie in Berührung. Alle Versuche der Heilung mit den damaligen schulmedizinischen Mitteln blieben ohne Erfolg und die Krankheit verschlechterte sich zusehends. Auf Wunsch seiner Frau wurde der homöopathische Arzt Dr. Phelan hinzugezogen, der die Gesundheit von Kents Frau innerhalb sehr kurzer Zeit wiederherstellen konnte. Angeregt durch das Erlebnis der Heilung seiner Frau begann Kent ein autodidaktisches Studium der Homöopathie. Er gab 1879 seinen Lehrstuhl am American College auf und widmete sich nur noch dem Studium der Homöopathie. Erst 1883 übernahm er wieder eine Lehrtätigkeit als Professor für Chirurgie am Missouri Homoeopathic College, 1888 erhielt er einen Lehrauftrag für Materia medica. Bis zu seinem Lebensende unterrichte er an verschiedenen Institutionen. Neben seiner Lehrtätigkeit behandelte er zahlreiche Patienten und verfasste verschiedene Werke. Seine Hauptwerke sind Materia medica, Vorlesungen über Hahnemanns Organon sowie ein umfangreiches Repertorium, das 1888 erschien und heute immer noch Gültigkeit besitzt.

In der ersten Hälfte des 20. Jhd. wurde es ruhiger um die Homöopathie, v.a. in Europa lag die Homöopathie brach, erst in den letzten Jahrzehnten hat sie wieder Aufschwung gewonnen. Pierre Schmidt (1894-1987), ein Schweizer Arzt, erlernte die Homöopathie bei Schülern von Kent in Amerika und brachte die Homöopathie wieder nach Europa zurück. Er sichtete das Repertorium Kents mehrmals und machte wertvolle Ergänzungen. Seine Schüler Künzli von Flimmelsberg  und Adolf Voegeli (1898–1993) setzten sein Werk auf ihre Art fort. Vögeli fand bei den Ärzten wenig Gehör und öffnete sich deshalb für die Heilpraktiker. Bis in die 80er Jahre hinein lehrte Vögeli unermüdlich unzählige von Schülern, was es heisst, Homöopathie zu betreiben.

Wichtige zeitgenössische Homöopathen sind Georgos Vithoulkas, der u.a. den alternativen Nobelpreis erhalten hat, Jeremy Sherr, Gründer und Leiter der Dynamis School for Advanced Homeopathic Studies, Paul Herscu, Gründer und Leiter der New England School of Homeopathy (Nesh), Jan Scholten und weitere.

In den letzten Jahren treten vermehrt Homöopathen aus Indien auf. In Indien kann Homöopathie studiert werden und die Homöopathie nimmt im indischen Gesundheitssystem eine wichtige Stellung ein. Beispiele sind Mohinder Singh Jus, der in der Schweiz eine eigene Homöopathieschule gegründet hat, Dr. Rajan Sankaran (engl., deutsch), Leiter der International Akademie of advanced Homeopathy (engl.), sowie Dr. Prafull Vijayakar (engl., deutsch). Sowohl Dr. Rajan Sankaran als auch Dr. Prafull Vijayakar haben interessante neue Aspekte in die Homöopathie eingebracht: Dr. Rajan Sankaran die Sensation-Methode und Dr. Prafull Vijayakar einen Ansatz, den er "Predictive Homeopathy" nennt. Für beide Richtungen kann nach der abgeschlossenen Homöopathieausbildung eine vertiefende Ausbildung absolviert werden. Informationen zur Ausbildung im Bereich der Sensation-Methoden finden sich hier, zur Predictive Homöopathie hier für die Schweiz und hier für Deutschland.