Homopathie Zrni

Samuel Hahnemann - der Begründer der Homöopathie

hahnemannChristian Friedrich Samuel Hahnemann wurde am 10. April 1755 als Sohn eines Porzellanmalers in Meißen (Sachsen) geboren. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Durch einen Förderer konnte der begabte Junge die berühmte Fürsten- und Landesschule Sankt Afra besuchen. Im Anschluss studierte Hahnemann in Leipzig, Wien und Erlangen Medizin. Seinen Lebensunterhalt verdiente er mit Sprachunterricht und Übersetzungen medizinischer Werke ins Deutsche. 1779 bestand Hahnemann das Doktorexamen in Erlangen. In den folgenden Jahren führte er an verschiedenen Orten eine kleine Praxis. 1782 heiratete Hahnemann Henriette Küchler (1764-1830), mit der er insgesamt 11 Kinder hatte.

Hahnemann war über die oft schädigenden Behandlungsweisen der damaligen Medizin enttäuscht. Er stellte fest, dass es den Patienten oft besser ging, wenn sie nicht mit Aderlass, Abführmittel, Verabreichungen von Quecksilber oder anderen Verfahren der damaligen Schulmedizin behandelt wurden. Aus diesem Grund gab er seine praktische Tätigkeit als Arzt für einige Jahre auf und widmete sich im folgenden der wissenschaftlichen Tätigkeit und der Übersetzung von medizinischen Standardwerken ins Deutsche.

1790 übersetzte Hahnemann die zweibändige Arzneimittellehre des Schotten William Cullen, eines damals sehr bekannten Mediziners. William Cullen führte darin die bekannte Wirkung der Chinarinde bei Malaria („Wechselfieber“) auf deren magenstärkende Eigenschaften zurück. Hahnemann zweifelte an der Richtigkeit dieser Behauptung und führte einen Selbstversuch durch. Er nahm Chinarinde in hoher Dosierung ein, was nach seinen Angaben alle ihm beim Wechselfieber bekannten Symptome hervorrief jedoch ohne eigentliche Fieberschauer. Er formulierte, zunächst sehr vorsichtig, die Vermutung, dass diese Fähigkeit, vergleichbare Symptome hervorzurufen, für die Heilwirkung der Chinarinde bei Malaria verantwortlich sein könnte.

In den folgenden Jahren führte er weitere Experimente mit Arzneistoffen an sich und anderen durch und veröffentlichte die Ergebnisse 1796 in dem Aufsatz "Versuch über ein neues Prinzip zur Auffindung der Heilkräfte der Arzneisubstanzen, nebst einigen Blicken auf die bisherigen". Dieser Aufsatz erschien in dem "Journal der practischen Arzneykunde und Wundarzneykunst“. Herausgeber dieser damals angesehenen medizinischen Fachzeitschrift war Christoph Wilhelm Hufeland (1762 - 1836). In diesem Aufsatz formulierte Hahnemann das Prinzip, „Ähnliches mit Ähnlichem“ (similia similibus) zu heilen, und versuchte dieses Prinzip mit empirischen Beobachtungen, weiteren Selbstversuchen, Vergiftungsberichten und eigenen und fremden Heilungsgeschichten, die durch das Simileprinzip erklärt werden, abzustützen.

In den folgenden Jahren arbeitete Hahnemann wieder als Arzt - zunehmend nach dem Prinzip der Ähnlichkeit. Hahnemann verfolgte seine Erfolge und Misserfolge in der Praxis genau, analysierte auch seine Fehlschläge und forschte bis zu seinem Lebensende immer weiter, um Wege zu finden, seinen Patienten noch besser helfen zu können. Die Ergebnisse veröffentlichte er in verschiedenen Werken. So erschien z.B. 1806 das Werk "Heilkunde der Erfahrung", das als Vorläufer des Organon gilt. Ein Jahr später verwendete Hahnemann erstmals den Begriff Homöopathie: homoion (=ähnlich) und pathos (=Leiden). 1810 veröffentlichte Hahnemann schließlich die erste Auflage seines Grundlagenwerks zur Homöopathie, damals noch unter dem Titel „Organon der rationellen Heilkunde“ (spätere Auflagen tragen den Titel "Organon der Heilkunst"). Dieses Werk enthielt bereits alle Wesenszüge der Homöopathie, wurde aber in den folgenden Jahren noch erheblich von Hahnemann überarbeitet und ergänzt. Es gilt bis heute als die wichtigste Grundlage der Homöopathie und bewährt sich nun bereits seit rund 200 Jahren.

1811 folgte der erste Band der „Reinen Arzneimittellehre“ (die er später auf sechs Bände erweiterte). Im gleichen Jahr verwendete Hahnemann erstmals den Begriff "Verdünnung" im Sinne von Potenzierung, jedoch erst 1827 benutzte er den Begriff "Potenzierung" offiziell. Von 1828 bis 30 erschienen "Die chronischen Krankheiten", welche Hahnemann 1835 bis 39 auf 5 Bände erweiterte. 1830 stirbt seine 1. Frau Henriette. 1835 heiratet Hahnemann 80jährig Melanie D'Hervilly (1802-1878) und übersiedelt nach Paris, wo Hahnemann und die Homöopathie ihren grössten Aufschwung erlebten. Während seiner letzten Jahre verfasste Hahnemann die 6. Auflage des Organon (Novum u.a. die Herstellung der Q-Potenzen), welches seine Frau Melanie nach seinem Tod wie einen Goldschatz hütete und beschützte (und dessen Herausgabe sie zu Lebzeiten verweigerte). Diese Auflage wurde erst nach dem 1. Weltkrieg 1921 veröffentlicht, nachdem jahrzehntelang von verschiedenen Parteien um sie gestritten worden war.

Am 2. Juli 1843 stirbt Samuel Hahnemann im Alter von 88 Jahren an einer Altersbronchitis und wird auf Montmartre begraben. 1898 erfolgt die Beisetzung auf dem Friedhof Pére Lachaise in Paris zwischen anderen Berühmtheiten.

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