Homopathie Zrni

Arzneimittelprüfung am Gesunden

Um das Ähnlichkeitsprinzip regelhaft und nachvollziehbar umsetzen zu können, war es nötig, herauszufinden, welche Arzneimittel welche Symptome hervorzubringen vermögen. Dazu führte Hahnemann als unermüdlicher Forscher jahrelang Selbstversuche und Versuche mit anderen durch. Alle Veränderungen, körperliche wie seelischer Natur, die nach der Einnahme eines Arzneimittels auftraten wurden von ihm genauestens schriftlich festgehalten. Ziel war zu erforschen, welche Beschwerden und Befindensveränderungen die jeweilige Substanz hervorrufen kann, um so deren Heilungspotenzial in Erfahrung zu bringen.

In den §§120-145 hielt Hahnemann fest, wie Arzneimittelprüfungen durchgeführt werden sollen. Er definierte genau, wie die Arzneien zubereitet, wie sie eingenommen werden sollten, wie die Versuchpersonen sein und wie sie sich während der Prüfung verhalten sollten, worauf während der Prüfung geachtet werden muss usw. Die Vorgaben, die Hahnemann forderte, und die Sie in den §§120-145 nachlesen können, sind sehr strikt.

Hahnemann hielt die Ergebnisse seiner Arzneimittelprüfungen in seinem Werk "Reine Arzneimittellehre" fest. Die Teile 1 bis 6 veröffentlichte er in den Jahren 1811-1821, die zweite, vermehrte Auflage erschien zwischen 1822-1827. Online finden Sie dieses Werk hier.

Heute sind die Bedingungen für Arzneimittelprüfungen etwas allgemeiner gehalten. Die Arzneimittelprüfung sollte am gesunden Menschen erfolgen. Da es aber kaum mehr vollkommen Gesunde im homöopathischen Sinn gibt, wird auch an nur relativ gesunden Menschen geprüft. Entscheidend ist dabei aber, dass eine genaue Anamnese von allen Versuchspersonen gemacht wird, um die individuellen Krankheitssymptome von den Prüfungssymptomen unterscheiden zu können. Weitere wichtige Punkte sind: Die Testgruppe sollte möglichst breit gestreut sein in Alter, Geschlecht und Herkunft. Ausserdem wissen die Prüfenden nicht, um welche Arznei es sich handelt. In der Regel wird der Arzneistoff so lange eingenommen, bis sich Reaktionen zeigen. Das ist je nach Empfänglichkeit unterschiedlich. In neuerer Zeit werden auch Prüfungen gemacht, bei denen die Arznei nur einmal (z.B. eine Gabe C30 oder eine Gabe C200) eingenommen wird.

Bei der Prüfung werden folgende Punkte beachtet:

  • Wo, an welcher Stelle greift das Arzneimittel an?
  • Was tut es an dieser Stelle genau?
  • Wie tut es das, wie sind die Empfindungen dabei?
  • Welche Umstände verändern das Empfinden, verbessern oder verschlechtern die Beschwerden?
  • Was ändert sich sonst noch, auch wenn es scheinbar mit dem Geschehen nicht in Zusammenhang steht?

Alle Symptome und Zeichen, die während der Prüfung neu auftreten werden genau protokolliert, und die Protokolle der verschiedenen Testpersonen werden am Schluss miteinander verglichen, ausgewertet und in der "primären Materia Medica" zusammengefasst.