Homopathie Zrni

Forschung

In regelmässigen Abständen wird in der Öffentlichkeit der medizinische Nutzen der Homöopathie In Frage gestellt. Weshalb ist dies so? Dafür gibt es verschiedene Gründe.

In der Schulmedizin werden gegenwärtig ausschliesslich Arzneireaktionen akzeptiert, die auf biochemischem Wege ablaufen. Bei den homöopathischen Mitteln ist statistisch gesehen ab den Potenzen D24, C12 oder Q6 gemäss der Loschmidt-Konstante kein Molekül der Ausgangssubstanz mehr vorhanden. In der Tat ist es so, dass wir heute noch nicht wissen, wie Homöopathie wirkt - dies wird auch sehr schön in dem Videobeitrag unter Link Homöopathie erläutert. Aber dass Homöopathie eine Wirkung erzielen kann, konnte in verschiedenen Studien belegt werden. Eine Übersicht (in englischer Sprache) über Studien mit positiven Ergebnissen für die Homöopathie aus dem Jahr 2007 findet sich z.B. hier. Zudem erleben wir die positive Wirkung tagtäglich in der Praxis.

Als gültiger Wirkungsnachweis werden aktuell in der Schulmedizin nur randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudien akzeptiert. Dies bedeutet: Es handelt sich um eine zufällige Auswahl innerhalb der Kontrollgruppen, weder Patient noch Behandler wissen, wer das Verum (Arzneimittel) und wer das Placebo (sieht aus wie das Arzneimittel, enthält aber keinen Arzneistoff - in der Homöopathie z.B. reine Zuckerkügelchen) erhält und alle bekommen dieselbe Arznei in gleicher Dosierung (mehr zu diesen Begriffen siehe hier. Besonders die letzte Bedingung ist in der Homöopathie in der Regel nicht sinnvoll anwendbar, da in der Homöopathie nur individuell ausgesuchte geeignete homöopathische Mittel die Gesundheit stärken können. Allen Versuchspersonen das gleiche Mittel in der gleichen Potenz zu geben, ist schlichtweg sinnlos. Deshalb sind neue Ansätze nötig, die einerseits die Forderungen des schulmedizinischen Wirkungsnachweises so weit wie möglich erfüllen und andererseits den Forderungen und Stärken der Homöopathie gerecht werden. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Studie Homöopathische und konventionelle Behandlung aufmerksamkeitsgestörter Kinder mit und ohne Hyperaktivität - die unter der Leitung von Dr. Heiner Frei, Laupen, Dr. André Thurneysen, KIKOM, durchgeführt wurde. Bei dieser Studie wurden in der ersten Phase die bestpassendsten homöopathischen Arzneimittel für die Patienten bestimmt, danach folgte die doppelblinde Crossover Studie und schliesslich eine offene Langzeitbehandlung von durchschnittlich 19 Monaten Dauer.

Ein weiterer Vorwurf der Homöopathie-Gegner ist, dass es sich bei der Homöopathie um eine reine Placebo-Therapie handeln würde. Behauptet wurde dies ursprünglich in einer Studie, die 2005 in der Zeitschrift "The Lancet" erschien, und seitdem entweder als Lancet-Studie oder nach einem der Autoren als Egger-Studie bezeichnet wird. Homöopathieverbände kritisierten diese Studie nach dem Erscheinen scharf, weil die Studie selbst zahlreiche Mängel aufweist. Dies konnten weitere wissenschaftliche Studien, die eine Re-Analyse der Lancet-Studie vornahmen, belegen. Mehr dazu finden Sie hier.

Seitdem hält sich dieses Vorurteil hartnäckig. Was ist mit Placebo-Effekt genau gemeint? Placebo-Effekte sind alle positiven psychischen und körperlichen Reaktionen, die nicht auf die spezifische Wirkung eines Arzneimittels oder einer spezifischen Behandlung zurückzuführen sind, sondern ausschliesslich auf die Qualität der Interaktion zwischen Therapeut und Patient und auf die positive Erwartungshaltung des Patienten gegenüber der Wirkung der Behandlung. Studien konnten belegen, dass der Placebo-Effekt bei jeder Alternativ- und schulmedizinischen Behandlung, bei der sich der Patient wohl fühlt und gegenüber der Behandlung eine positive Einstellung hat, eine Rolle spielen kann. Ebenso haben Untersuchungen gezeigt, dass eine negative Einstellung gegenüber einer Behandlung die Wirkung z.B. abschwächen kann.

Dass es sich bei der Homöopathie aber um eine reine Placebomedizin handelt, halte ich für ausgeschlossen. Dies wird einerseits durch verschiedene Studien belegt (vgl. z.B. die oben angeführte Studie zur Behandlung von aufmerksamkeitsgestörter Kinder mit und ohne Hyperaktivität). Andererseits macht jeder Homöopath/jede Homöopathin in der Praxis tagtäglich Erfahrungen, die darauf hinweisen, dass nicht allein der Placebo-Effekt für die positive Wirkung einer homöopathischen Behandlung verantwortlich sein kann. Wenn dem so wäre, müsste nämlich bei den Patienten, die an die Wirkung der Homöopathie glauben, jedes Mittel eine positive Wirkung erzielen können, was es in der Praxis leider nicht tut. Sowohl bei einer Akutbehandlung als auch bei einer chronischen Behandlung kommt es immer wieder vor, dass man ein homöopathisches Mittel gibt, das man nach reiflichen Überlegungen ausgewählt hat, das aber trotzdem keine Veränderung bewirken kann. Erst das 2., 3., 4. manchmal auch erst 10. oder x. Mittel kann dann eine bedeutende Besserung erzielen. Im Nachhinein wird häufig klar, weshalb gerade dieses Mittel die Gesundheit positiv beeinflussen konnte, die Mittel davor aber nicht. Immer wieder kommen auch Patienten in die Praxis, die nicht daran glauben, dass Homöopathie eine Wirkung erzielen kann, diese werden z.B. von anderen Personen geschickt. Umso mehr sind diese Patienten dann erstaunt, wenn sie eine positive Wirkung spüren, ohne dass sie an die Methode glauben. Ein weiteres Indiz, dass es sich nicht um eine reine Placebowirkung handeln kann, ist, wenn sich der Zustand mit einer einmaligen Einnahme eines geeigneten homöopathischen Mittels bessert, mit der Zeit wieder eine leichte Verschlechterung eintritt, und mit der Wiederholung der Gabe wieder eine Besserung eintritt. Dies beobachtet man in der Homöopathie häufig. Rhein theoretisch liess sich dies auch mit dem Placebo-Effekt erklären, da dies aber systematisch abläuft, scheint mir dies unwahrscheinlich.

Zusammenfassend möchte ich festhalten:

Wir wissen nicht wie Homöopathie wirkt, aber wir wissen, dass sie wirkt!

Weitere Informationen zu Ergebnissen aus der Homöopathieforschung und zu Institutionen, die sich für Homöopathieforschung engagieren, finden Sie hier.