Homopathie Zrni

Das erste Gespräch - auch Erstanamnese genannt

Bei dem ersten Gespräch werden Informationen über Ihre Krankheitsgeschichte, Ihre Lebenssituation, über Gewohnheiten, Vorlieben, Abneigungen und Empfindungen erarbeitet. Um für Sie ein geeignetes homöopathisches Mittel zu finden, ist es wichtig, Sie in Ihrer Gesamtheit mit all Ihren körperlichen, emotionalen und geistigen Merkmalen zu erfassen und die Zusammenhänge der Entstehung der Erkrankung oder der Beschwerden zu analysieren und so weit wie möglich zu verstehen.

Das Gespräch verläuft in verschiedenen Abschnitten: Zuerst bitte ich Sie, Ihre Beschwerden möglichst genau zu schildern. Wichtig ist, dass alle Beschwerden erfasst werden. Wenn Sie z.B. wegen Magenbeschwerden in die Behandlung kommen, aber auch Gelenkbeschwerden haben, sind die Gelenkbeschwerden für die Mittelfindung genauso wichtig wie die Magenbeschwerden. Es geht allerdings weniger um die Krankheitsbezeichnung, sondern mehr darum, wie sich die Beschwerden genau bei Ihnen äussern. Deshalb stelle ich - wie bereits oben erwähnt - Fragen wie:

  • Wo genau sind die Beschwerden?
  • Wie empfinden Sie die Beschwerden?
  • Seit wann bestehen die Beschwerden?
  • Wann/in welchen Situationen treten sie auf? Wann sind sie am stärksten?
  • Gibt es bestimmte Situationen oder Ursachen, welche die Beschwerden auslösen?
  • Gibt es Umstände, die die Beschwerden verbessern oder verschlechtern? Z.B. Kälte, Wärme, bestimmte Wetterlagen, bestimmte Nahrungsmittel, Stress, usw.
  • Was machen die Beschwerden mit ihnen, wie fühlen sie sich dabei?
  • Hat sich zusätzlich noch etwas verändert?

Da in der Homöopathie der ganze Mensch im Zentrum der Behandlung steht, wird das homöopathische Mittel nicht nur anhand Ihrer Beschwerden und deren Äusserungen ausgewählt, sondern anhand weiterer körperlicher, emotionaler und geistiger Merkmale. Ich stelle z.B. Fragen wie:

  • Wie ist es mit Ihrem Appetit? Was essen Sie sehr gerne? Was mögen sie überhaupt nicht? Gibt es Nahrungsmittel, die Sie nicht vertragen?
  • Wie ist Ihr Temperaturempfinden? Sind sie eher heiss- oder kaltblütig oder ist für Sie die Temperatur nicht entscheidend?
  • Reagieren Sie auf Wettereinflüsse.
  • Wie ist Ihr Schlaf? Haben Sie eine bevorzugte Schlaflage?
  • Können Sie sich an Träume erinnern? Haben Sie wiederkehrende Träume?

Ein weiterer Teil der Anamnese befasst sich mit den Gemütsmerkmalen. Es ist wichtig für mich zu erfahren, wie Sie sich fühlen, ob Sie Ängste haben, was Sie belastet, welche Vorlieben und Abneigungen sie haben, was für Eigenschaften, Verhaltensmuster für Sie typisch sind usw.

Zu Beginn einer neuen Frage stelle ich diese meist möglichst offen. Z.B. Wie ist Ihr Schlaf? Und nicht: Ist Ihr Schlaf gut oder schlecht, sind Sie erholt? Dies ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Der Grund dafür ist folgender: Die Erfahrung zeigt, dass für die Mittelwahl relevante Antworten meist dann gegeben werden, wenn Fragen möglichst offen gestellt werden. Fällt Ihnen auf so eine Frage keine Antwort ein, bedeutet dies häufig, dass dieses Thema für die Mittelwahl nicht wirklich relevant ist. Um sicher zu gehen, dass ich möglichst alle relevanten Antworten erfasst habe, stelle ich im Anschluss an die offenen Fragen zusätzlich detaillierte Fragen. In einigen Fällen erinnern sich die Patienten dann doch an relevante Aspekte. Ein Beispiel: Ich frage z.B. wie ist es mit Ängsten? Die Antwort lautet dann vielleicht: Hmm, nein Ängste habe ich eigentlich nicht. Dann frage ich verschiedene mögliche Ängste ab, und da fällt dem Patienten dann z.B. ein, dass er sehr ungern vor anderen Menschen Reden hält. Oder aber die Antwort lautet z.B. Oh ja, ich habe viele Ängste: Ich leide unter ..... Dies weist dann darauf hin, dass Ängste ein zentrales Thema des Patienten/der Patientin sind.

Einen Teil dieser Fragen haben Sie bereits im Fragebogen beantwortet (vgl. Dokumente). Ich studiere Ihre Antworten im Vorfeld und vertiefe dann während der Anamnese die Aspekte, die mir wichtig erscheinen.

Je nach Erkrankung führe ich auch körperliche Untersuchungen durch.

Dieses Erstgespräch dauert bei Erwachsenen in der Regel zwischen 1.5 und 3.5 Stunden, bei Kindern zwischen einer und zwei Stunden. Sollten Sie über bestimmte Beschwerden, Verhaltensweisen Ihres Kindes oder weitere Aspekte nicht in dessen Anwesenheit sprechen wollen, können wir die Erstanamnese gerne aufteilen: Der erste Termin ohne Kind, der zweite mit dem Kind. Mir ist es ein Anliegen, dass wir über Ihre Sorgen sprechen können, ohne Ihr Kind damit zu belasten.